Wir von BattleVerseDE waren mittendrin. Nicht nur als Besucher, sondern als Teil dieses lebendigen Organismus aus Zelten, Rüstungen, Verstärkern, Controllern, Nebelmaschinen und echter Leidenschaft. Dieses Review ist kein nüchterner Rückblick. Es ist ein Erlebnisbericht. Ehrlich, direkt, begeistert. Und ja: auch ein bisschen nass.
Schon im Vorfeld war klar: Das Nexus wollte nicht einfach „auch ein Festival“ sein. Der Anspruch war größer. Mutiger. Persönlicher.
Die Idee: Gaming, Nerdkultur und Rockmusik nicht nebeneinander, sondern miteinander zu denken.
Was auf dem Papier wie ein Risiko wirkt, entfaltete vor Ort eine erstaunliche Selbstverständlichkeit.
Metalheads mit Kutten diskutierten mit Cosplayerinnen über Rüstungsbau. Gamerinnen feierten im Pit. LARPer*innen standen Arm in Arm vor der Bühne. Szenegrenzen? Aufgelöst. Vorurteile? Abgebaut. Gemeinschaft? Gelebt.
Und genau hier liegt die größte Stärke des Nexus:
Es wollte nicht jedem gefallen, sondern den Richtigen.
Der agra Messepark bot mit seinen Hallen und dem weitläufigen Außengelände die perfekte Bühne für dieses ambitionierte Konzept. Statt Chaos herrschte Struktur, ohne steril zu wirken.
Indoor-Bereiche
Gaming-Hallen mit Retro-Gaming, Indie-Games und Turnieren
Hero Stage für Panels, Talks und Community-Formate
Darkmoon Fair mit alternativer Mode, Schmuck und Szene-Merch
Titanium Stage (Halle 4.2)
Das musikalische Herzstück
Über 20 Bands an drei Tagen
Sound, Licht und Ablauf: bemerkenswert professionell für eine Erstauflage
Outdoor-Areale
Dragonfield – Mittelalter- & Fantasy-Markt
Wasteland-Area mit Endzeit-Setting
Lasertag-Zone
Food-Area mit beeindruckender Vielfalt
Besonders stark: die Ticket-Philosophie.
Neben dem klassischen Festivalpass gab es ein „Convention Only“-Ticket. Ein inklusiver Ansatz, der das Publikum sichtbar diverser machte.
Kommen wir zur Musik. Denn ja, sie war ein zentraler Pfeiler. Aber eben nicht der einzige.
Beyond the Black
Episch, souverän, emotional. Ein Headliner-Auftritt, der zeigte, warum diese Band ganz oben steht.
LaFee
Nostalgie-Explosion. 2000er-Vibes. Gänsehaut.
Ein Moment, der Generationen verband und bewies, dass Mut zur Vielfalt belohnt wird.
Samurai Pizza Cats
Anime-Ästhetik trifft Metalcore. Energie pur. Crowd komplett eskaliert.
Future Palace
Emotional, modern, intensiv. Einer dieser Auftritte, die hängen bleiben.
Ergänzt wurde das Line-up durch Acts wie Self Deception, Seven Blood, Akuma Six, Venues, Jan Hegenberg und viele mehr. Die Mischung aus Szenegrößen, Newcomern und Nerd-affinen Acts war kein Zufall, sondern Konzept.
Unser Eindruck:
Das Nexus buchte nicht nach Charts. Es kuratierte nach Haltung.
Tagsüber verwandelte sich das Festivalgelände in einen gigantischen Spielplatz für Nerdkultur. Und zwar nicht oberflächlich, sondern tiefgehend.
Retro-Konsolen
Indie-Games
Esport-Formate
Pen-&-Paper-Runden
Trading Cards & Tabletop
Manche Besucher*innen verschwanden stundenlang in diesen Bereichen; freiwillig.
Inklusion & Awareness
Cosplay-Techniken
Podcasting
Gaming im Verein
Queerfreundlichkeit im E-Sport
Diese Inhalte waren kein Lückenfüller. Sie waren relevant. Und sie wurden angenommen.
Cosplay war überall. Hochwertig. Kreativ. Mutig.
Von Anime über Gaming bis Warhammer – das Niveau war beeindruckend.
Was uns besonders auffiel:
Der Umgang miteinander.
Kein Gatekeeping. Keine abschätzigen Blicke. Keine dummen Kommentare.
Stattdessen: Austausch, Komplimente, Fotos, Gespräche.
Das Nexus fühlte sich für viele wie ein Safe Space an. Und das ist keine Selbstverständlichkeit.
Ja. Es hat geregnet. Viel.
Zelte wurden zu Seen. Kleidung zum Dauertrocknungsprojekt. Improvisation war gefragt.
Aber: Genau hier zeigte sich der Charakter dieses Festivals.
Statt Frust gab es Zusammenhalt.
Statt Meckern gab es Humor.
Statt Abbruch gab es Durchziehen.
Festival ist nicht perfekt. Festival ist echt.
Ein riesiger Respekt geht an das Orga-Team.
Was hier auf ehrenamtlicher Basis gestemmt wurde, war beeindruckend.
Klare Kommunikation
Sichtbare Ansprechpersonen
Schnelle Lösungen
Offene Ohren
Ja, es gab kleinere Anlaufschwierigkeiten. Aber nichts, was das Erlebnis ernsthaft trübte. Im Gegenteil: Die Offenheit für Feedback machte Hoffnung auf eine starke Zukunft.
Positiv hervorzuheben:
Green Camping
Mülltrennung
Mehrwegkonzepte
Klare Verhaltensregeln
Nachhaltigkeit wurde hier nicht als Marketing-Floskel benutzt, sondern gelebt.
Das Nexus Nerd Rock Festival 2025 war kein perfektes Event.
Aber es war ein ehrliches, mutiges und visionäres.
Es hat gezeigt:
Dass Subkulturen keine Konkurrenz sind
Dass Vielfalt Stärke bedeutet
Dass Community der wahre Headliner ist
Für uns von BattleVerseDE steht fest:
Das Nexus ist gekommen, um zu bleiben.
Die Ankündigung für 2026 (18.–20. September) ist nur logisch. Das Fundament ist gelegt. Jetzt geht es um Feinschliff, Wachstum mit Augenmaß und das Bewahren dieser besonderen DNA.
Wir waren da. Wir kommen wieder.
Und wir sind gespannt, wohin diese Reise noch führt.
Was war euer Highlight?
Wir sehen uns im nächsten Nexus.