MAG-C 2026: Familiäre Atmosphäre, starke Cosplay-Wettbewerbe und zu wenig Platz

von benjiton am 2. März 2026
Die MAG-C 2026 brachte am 31. Januar und 1. Februar erneut die Anime-, Manga-, Gaming- und Cosplay-Community in Erfurt zusammen. Auch BattleVerseDE war mit vier akkreditierten Teammitgliedern vertreten. Besonders die Cosplay-Wettbewerbe und das gemeinschaftliche Miteinander blieben positiv in Erinnerung. Bei der verfügbaren Fläche sehen wir dagegen deutlichen Verbesserungsbedarf.

Manchmal sind es nicht die großen Programmpunkte, die von einer Convention besonders in Erinnerung bleiben, sondern die Begegnungen dazwischen.

So ließ sich beispielsweise Content Creator Huebi immer wieder zwischen den Ständen antreffen und nahm sich Zeit für spontane Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern. Solche Begegnungen machen für uns einen wesentlichen Teil des Convention-Erlebnisses aus.

Gleichzeitig zeigte die diesjährige MAG-C allerdings auch eine ihrer größten Schwächen: Der verfügbare Platz wurde stellenweise knapp.

Mehr Aussteller, aber weiterhin nur zwei Hallen

Die MAG-C fand am 31. Januar und 1. Februar 2026 auf dem Gelände der Messe Erfurt statt. Nach Angaben des Veranstalters kamen mehr als 12.500 Besucherinnen und Besucher. Mit 165 Ausstellern aus 15 Ländern erreichte die Convention zudem einen neuen Ausstellerrekord.

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 117 Aussteller bei rund 12.300 Besuchern.

Die Entwicklung zeigt sich damit vor allem beim Ausstellerangebot. Die Veranstaltung selbst verteilte sich weiterhin auf Halle 2 und Halle 3 sowie ergänzende Bereiche wie das Messerestaurant CUBE.

Grundsätzlich empfanden wir die Messehallen als geeignete Location. Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln war dank des im Eintritt enthaltenen Kombitickets unkompliziert.

Problematisch wurde es allerdings bei der Auslastung.

Besonders in den Gängen und rund um die Gastronomie war es teilweise sehr voll. Zwar wirkte die Anordnung einzelner Bereiche gegenüber früheren Ausgaben etwas verbessert, am grundsätzlichen Platzproblem änderte das jedoch wenig.

Aus unserer Sicht wäre eine zusätzliche Halle deshalb durchaus sinnvoll. Nicht zwingend, um weitere Aussteller unterzubringen, sondern vor allem, um den vorhandenen Besuchern mehr Bewegungsfreiheit zu bieten.

Organisation: Vieles funktioniert, nicht alles ist eindeutig

Bei der Organisation hinterließ die MAG-C insgesamt einen guten Eindruck.

Das Personal begegnete uns freundlich, die Taschenkontrollen am Einlass wurden gründlich durchgeführt und auch der allgemeine Ablauf wirkte weitgehend strukturiert.

Eine Ausnahme bildete der Presseeingang. Dieser war nicht ausreichend ausgeschildert, und auch einige Mitarbeitende konnten zunächst nicht eindeutig weiterhelfen.

Gerade bei einer Veranstaltung, die regelmäßig Pressevertretende akkreditiert, wäre hier eine klarere Kommunikation wünschenswert.

Abgesehen davon gab es aus unserer Perspektive bei der Organisation wenig zu beanstanden.

Eine Community, die auch hinter der Bühne zusammenhält

Die Atmosphäre gehörte zu den Stärken der diesjährigen MAG-C.

Trotz des stellenweise hohen Besucheraufkommens erlebten wir die Stimmung überwiegend als freundlich und offen. Besonders in Erinnerung blieb uns dabei der Umgang innerhalb der Cosplay-Community.

Nach der Candace-Performance eines unserer Teammitglieder beim Cosplay-Wettbewerb erlebten wir im Backstage-Bereich eine ausgesprochen herzliche Atmosphäre.

Dabei ging es nicht allein um Platzierungen oder die Bewertung durch eine Jury. Vielmehr hatten wir den Eindruck, dass die Teilnehmenden einander Aufmerksamkeit, Anerkennung und Wertschätzung entgegenbrachten.

Das mag selbstverständlich klingen, ist es unserer Erfahrung nach aber keineswegs immer.

Gerade bei Wettbewerben, in die viele Cosplayer erhebliche Mengen an Zeit, Arbeit und persönlicher Leidenschaft investieren, macht ein solches Miteinander einen Unterschied. Auch unabhängig von einer Platzierung konnten sich Teilnehmende dort gesehen und wertgeschätzt fühlen.

Zu den weiteren persönlichen Momenten des Wochenendes gehörte außerdem die Begegnung mit einem Fan aus der eigenen Community.

Ergänzend standen auf der MAG-C Angebote wie ein Awareness-Team und eine Cosplay Repair Station zur Verfügung. Deren praktische Arbeit haben wir allerdings nicht näher begleitet.

Cosplay-Wettbewerbe als unser persönlicher Höhepunkt

Unser redaktioneller Besuch konzentrierte sich in diesem Jahr vor allem auf die Cosplay-Wettbewerbe.

Sowohl die Cosplay Championship als auch der Cosplay Showcup boten unterschiedliche Auftritte und Performances. Besonders positiv fiel uns die abwechslungsreiche Gestaltung der Beiträge auf.

Auch die Moderation durch Malternativ trug aus unserer Sicht zur Stimmung bei. Die Bewertungen der Jury wirkten auf uns nachvollziehbar und fair.

Mit Taryn war zudem ein international bekannter Cosplayer als Gast vertreten.

Für unser Team hatten die Wettbewerbe darüber hinaus eine persönliche Bedeutung, da wir nicht ausschließlich als Zuschauende vor Ort waren, sondern auch selbst eine Performance auf der Bühne vertreten war.

Ganz reibungslos liefen die Wettbewerbe allerdings nicht. So kam es während einer Veranstaltung zu einem Videoausfall. Auch ein etwas früherer Beginn wäre aus unserer Sicht wünschenswert gewesen.

An unserem insgesamt positiven Eindruck der Wettbewerbe änderte das wenig, dennoch sind es Punkte, die bei zukünftigen Ausgaben verbessert werden könnten.

Gaming: Ein kleiner Abstecher zu Just Dance

Gaming war auch 2026 Teil des MAG-C-Programms.

Neben Indie-Games und Retro- beziehungsweise Arcade-Angeboten war erstmals Konami mit Yu-Gi-Oh! vertreten. Hinzu kamen weitere Gaming- und Trading-Card-Bereiche.

Wir selbst haben in diesem Jahr hauptsächlich die Cosplay-Wettbewerbe besucht und entsprechend nur einen kleinen Teil des Gaming-Angebots ausprobiert.

Dazu gehörte Just Dance. Die Wartezeit bewegte sich dabei in einem normalen, gut vertretbaren Rahmen.

Die übrigen Gaming-Bereiche waren diesmal kein Schwerpunkt unseres Besuchs. Eine weitergehende Bewertung der Spieleauswahl oder des Angebots wäre deshalb nicht sinnvoll.

Gastronomie: Unterschiedliche Wartezeiten und hohe Preise

Beim Catering zeigte sich ein gemischtes Bild.

Die gastronomischen Angebote waren über das Messegelände verteilt, allerdings unterschiedlich stark besucht. Während an manchen Ständen nur wenige Personen warteten, standen an anderen zeitweise rund 20 Menschen vor uns.

Pauschal von überfüllten Warteschlangen zu sprechen, wäre deshalb nicht ganz richtig. Wie lange man tatsächlich warten musste, hing auch davon ab, für welchen Stand man sich entschied.

Preislich empfanden wir das Catering eher als teuer. Konkrete Preisbeispiele können wir rückblickend nicht mehr zuverlässig nennen.

Die größte Schwierigkeit war für uns aber weniger die gastronomische Auswahl als vielmehr der begrenzte Platz rund um die stark frequentierten Bereiche.

Mehr als nur Cosplay

Neben den Wettbewerben bot die MAG-C weitere Programmpunkte.

Dazu gehörten unter anderem das virtuelle Konzert der VTuberin Jinja, ein Hazbin-Hotel-Panel sowie der Anime Rave im CongressCenter Erfurt, der nach Veranstalterangaben mit rund 700 Gästen ausverkauft war.

Diese Veranstaltungen zeigen, dass sich das Programm nicht ausschließlich auf Cosplay beschränkte.

Da unser Besuch in diesem Jahr einen anderen Schwerpunkt hatte, können wir diese Programmpunkte jedoch nicht aus eigener Erfahrung bewerten.

Fazit: Die MAG-C überzeugt durch ihre Community – braucht aber mehr Raum

Die MAG-C 2026 hat bei uns insgesamt einen positiven Eindruck hinterlassen.

Vor allem die freundliche Atmosphäre, das weitgehend gut organisierte Messegeschehen und die Cosplay-Wettbewerbe gehörten zu den Stärken des Wochenendes.

Besonders das gemeinschaftliche Miteinander hinter der Bühne hat uns gezeigt, weshalb Conventions mehr sein können als eine Ansammlung von Verkaufsständen und Bühnenprogrammen.

Die größte Schwäche bleibt aus unserer Sicht der verfügbare Platz. Zwei Hallen erscheinen uns angesichts des Besucheraufkommens und des gewachsenen Ausstellerangebots zunehmend knapp bemessen.

Eine dritte Halle könnte hier Abhilfe schaffen. Ob und wie sich das umsetzen lässt, liegt letztlich beim Veranstalter.

Für Fans von Cosplay, Anime und Community-Begegnungen bleibt die MAG-C eine interessante Veranstaltung. Damit ihr persönlicher Charakter trotz des Wachstums erhalten bleibt, sollte allerdings auch die nutzbare Fläche mitwachsen.