Dieser Rückblick ist kein klassisches „Best of“. Er ist ein fließender Jahresbericht aus unserer Perspektive. Ehrlich. Direkt. Ohne Marketingfilter. Denn genau so verstehen wir unsere Rolle.
Wir sehen uns nicht als Außenstehende.
BattleVerseDE ist mittendrin. In Warteschlangen. In Artist Alleys. In Panels. In Gesprächen auf dem Boden der Hallen, irgendwo zwischen Cosplay-Reparatur und spontanen Diskussionen über Preise, Einlass oder Sichtbarkeit.
2025 hat diese Rolle geschärft.
Je größer Events werden, desto wichtiger wird Einordnung. Und desto notwendiger wird Kritik, die nicht von oben herab kommt, sondern aus echter Erfahrung entsteht.
Die DoKomi 2025 war ein Kraftakt. Für Besucher. Für Veranstalter. Für alle, die beteiligt waren.
Deutschlands größte Anime- und Japan-Convention hat erneut gezeigt, wie enorm die Nachfrage ist. Die Hallen in Düsseldorf platzten zeitweise aus allen Nähten. Die Stimmung war laut, euphorisch, teilweise überwältigend.
Was uns besonders beeindruckt hat, war die emotionale Dichte. Überall passierte etwas. Cosplay-Shootings an jeder Ecke. Warteschlangen, die eher Community-Treffpunkte waren als notwendiges Übel. Artists, die trotz Dauerdruck sichtbar Freude am Austausch hatten.
Gleichzeitig wurde deutlich: Die DoKomi ist an einem Punkt angekommen, an dem Wachstum nicht mehr automatisch gleichbedeutend mit Verbesserung ist. Wege wurden lang. Stoßzeiten intensiv. Orientierung war nicht immer einfach. Trotzdem blieb der Kern spürbar. Die DoKomi ist kein seelenloses Mega-Event. Sie ist ein Festival der Szene.
Unser Fazit fiel daher bewusst zweigeteilt aus. Begeisterung für das, was hier entstanden ist. Und klare Erwartungen daran, wie sich dieses Event weiterentwickeln muss, um langfristig tragfähig zu bleiben.
Die Manga Comic Con 2025 war das meistdiskutierte Event des Jahres. Und das aus gutem Grund.
296.000 Besucher sind eine Ansage. Ein Erfolg. Aber auch ein Stresstest.
Schon früh wurde klar, dass dieses Wochenende nicht reibungslos verlaufen würde. Der Einlass entwickelte sich zum zentralen Kritikpunkt. Neue Sicherheitskonzepte trafen auf alte Infrastrukturprobleme. Lange Wartezeiten, Frust, Verzögerungen. Dinge, die man bei solchen Dimensionen nicht mehr wegdiskutieren kann.
Und doch wäre es unfair, die MCC auf diese Probleme zu reduzieren.
Halle 1 war ein echtes Highlight. Die Artist Alley pulsierte vor Kreativität. Neue Künstlerinnen und Künstler bekamen Sichtbarkeit. Gespräche entstanden auf Augenhöhe. Hier zeigte sich, was diese Messe im Kern ausmacht.
Auch inhaltlich hatte die MCC viel zu bieten. Große Verlage, exklusive Editionen, hochkarätige Gäste. Besonders der Besuch von Kamome Shirahama setzte ein starkes Zeichen, auch wenn die Organisation rund um einzelne Programmpunkte sichtbar an ihre Grenzen kam.
Unser Eindruck war klar: Die Manga Comic Con ist enorm wichtig für die Szene. Aber sie steht an einem Scheideweg. Reines Wachstum reicht nicht mehr. Barrierefreiheit, Besucherführung und klare inhaltliche Prioritäten müssen stärker in den Fokus rücken.
Die MAG-C 2025 fühlte sich anders an. Und genau das machte sie so besonders.
Schon beim Ankommen war spürbar, dass hier ein anderes Tempo herrscht. Weniger Hektik. Mehr Gespräche. Mehr echte Begegnungen.
Diese Convention lebt nicht von Superlativen, sondern von Atmosphäre. Cosplay war kein Beiwerk, sondern Herzstück. Der Contest überzeugte durch handwerkliche Qualität und respektvollen Umgang. Gaming war erlebbar, nicht abgeschirmt. Indie-Studios erklärten ihre Projekte selbst, ohne Marketingfloskeln.
Besonders stark war der Fokus auf Verantwortung. Themen wie Cybersecurity, Creator-Schutz und Charity wurden nicht nur erwähnt, sondern aktiv eingebunden. Das wirkte nicht aufgesetzt, sondern konsequent.
Unser persönliches Gefühl nach diesem Wochenende:
Die MAG-C zeigt, wie Community-Conventions wachsen können, ohne ihre Seele zu verlieren. Und genau das macht sie so relevant.
Das Nexus Nerd Rock Festival war roh. Laut. Ungefiltert.
Hier trafen Subkulturen aufeinander, ohne sich erklären zu müssen. Cosplay im Moshpit. Gaming neben Gitarrenriffs. Nerdkultur ohne Schubladen.
Nicht alles war perfekt. Aber nichts fühlte sich beliebig an.
Das Nexus lebt von seiner Unangepasstheit. Von der Bereitschaft, Dinge auszuprobieren. Von einer Community, die Vielfalt nicht nur predigt, sondern lebt.
Für uns war dieses Festival eines der mutigsten Formate des Jahres. Kein glattgebügeltes Produkt, sondern ein Erlebnis mit Ecken und Kanten.
Die Comic Con Saar 2025 war kein Event der großen Schlagzeilen. Und genau darin lag ihre Stärke.
Überschaubar, gut strukturiert und angenehm entschleunigt präsentierte sich die Convention als Gegenentwurf zu den großen Massenveranstaltungen.
Der Fokus lag klar auf Begegnung. Künstler, Cosplayer und Besucher kamen schnell ins Gespräch. Warteschlangen blieben überschaubar. Die Atmosphäre war entspannt, fast familiär.
Natürlich fehlte es an manchen Stellen an Größe und internationalem Glanz. Aber dafür überzeugte das Event mit Nähe, klarer Organisation und einer Community, die sichtbar Lust hatte, genau hier zu sein.
Unser Rückblick fällt positiv aus:
Die Comic Con Saar ist kein Riese. Aber sie ist ein solides, ehrliches Event mit Potenzial, das seine eigene Nische gefunden hat.
2025 hat eines deutlich gemacht:
Die Szene ist lebendig. Aber sie steht unter Druck.
Große Events kämpfen mit ihrer eigenen Größe. Kleine Formate beweisen, wie wertvoll Nähe ist. Community wird immer wichtiger. Und Haltung ist längst kein Bonus mehr, sondern Voraussetzung.
Für uns bei BattleVerseDE war dieses Jahr prägend.
Wir haben gesehen, wie wichtig differenzierte Berichterstattung ist. Wie notwendig Kritik sein kann. Und wie viel Vertrauen entsteht, wenn man Dinge klar benennt.
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2025 war für BattleVerseDE nicht nur ein Jahr des Berichtens, sondern auch eines des Ausprobierens. Zum ersten Mal sind wir bewusst aus der reinen Beobachterrolle herausgetreten und haben uns physisch sichtbar gemacht. Mit eigenem Auftritt. Mit direktem Austausch. Mit offenen Gesprächen.
Nicht als Marketingaktion. Sondern als logische Weiterentwicklung.
Der spontane Pilot ohne Erwartungsdruck
Die Wie.MAI.KAI 2025 war kein langfristig geplanter Meilenstein. Sie war eine kurzfristige Entscheidung. Spontan. Pragmatistisch. Fast schon experimentell.
Ein kleiner Stand, wenig Vorbereitung, kein ausgefeiltes Konzept. Und genau deshalb ehrlich.
Was dort passiert ist, hat uns selbst überrascht. Besucher blieben stehen. Fragten nach unserer Arbeit. Diskutierten über Events, Berichterstattung, Kritik und Verantwortung. Nicht oberflächlich, sondern interessiert.
Rückblickend war die Wie.MAI.KAI der ideale Pilot. Kein Druck. Kein Zwang zur Perfektion. Aber eine klare Erkenntnis: BattleVerseDE funktioniert auch im direkten, persönlichen Kontakt.
Mehr Raum, mehr Tiefe, mehr Austausch
Beim CosDay² konnten wir diesen ersten Impuls gezielt weiterentwickeln. Der Stand war größer, strukturierter und bewusster gedacht. Nicht als Werbefläche, sondern als Treffpunkt.
Hier zeigte sich, wie wertvoll physische Präsenz ist. Gespräche wurden länger. Inhalte tiefer. Kritik konkreter. Viele kannten BattleVerseDE bereits online. Andere begegneten uns zum ersten Mal. Beide Gruppen fanden Zugang.
Der CosDay² war der Moment, in dem klar wurde: Ein eigener Auftritt ist kein Selbstzweck. Er ist Schnittstelle. Zwischen Redaktion und Community. Zwischen Meinung und Dialog.
Geplant als Stand, geworden als besonderer Arbeitsraum
Ursprünglich war für die Comic Con Saar ein klassischer Stand geplant. Mit klarer Fläche, offenem Zugang und direkter Ansprache. Die Realität entwickelte sich jedoch anders – und im Nachhinein sogar passender.
Statt eines regulären Standplatzes durften wir uns im Bereich der Ehrengäste platzieren. Abgetrennt. Ruhiger. Mit Sofa, Sitzmöglichkeiten und klarer Struktur. Kein Laufpublikum. Kein Messetrubel. Sondern ein geschützter Raum.
Hier lag der Fokus weniger auf Sichtbarkeit, sondern auf Inhalt.
Wir nutzten den Bereich aktiv für Eventdokumentation, Gespräche, Notizen und Auswertung. Besucher, Gäste und Beteiligte kamen gezielt vorbei. Gespräche waren konzentriert, reflektiert und persönlich.
Rückblickend war diese Lösung kein Kompromiss, sondern ein Glücksfall. Sie passte perfekt zu unserer Arbeitsweise und zur Größe der Comic Con Saar.
Der Gipfel des Jahres und der sichtbare Abschluss
Die Comic Con Stuttgart 2025 markierte den Höhepunkt unseres Stand-Jahres.
Hier war nichts mehr improvisiert. Alles hatte Struktur. Eigene Banner. Klare visuelle Linie. Wiedererkennbarkeit.
Der Stand war offen, sichtbar und bewusst platziert. Besucher kamen gezielt vorbei, viele mit konkreten Fragen oder Feedback. Gespräche drehten sich nicht nur um einzelne Events, sondern um die Szene insgesamt. Um Entwicklungen, Probleme, Chancen.
Stuttgart war der Punkt, an dem sich der Weg von 2025 geschlossen hat. Vom spontanen Testlauf bis zum klaren Auftritt mit Haltung.
Der eigene Auftritt hat BattleVerseDE verändert.
Nicht inhaltlich, aber perspektivisch.
Wir berichten nicht nur über Community. Wir stehen mitten in ihr.
2025 hat gezeigt, dass Austausch auf Augenhöhe möglich ist. Und gewollt.
Das nehmen wir mit. In 2026. Mit mehr Erfahrung. Mehr Struktur. Und derselben klaren Linie.
Denn am Ende gilt auch hier:
Community entsteht nicht durch Reichweite. Sondern durch Begegnung.
2025 war intensiv. Herausfordernd. Inspirierend.
Wir haben gefeiert. Wir haben diskutiert. Wir haben gelernt.
Und wir machen weiter.
2026 kommt. Mit neuen Events, neuen Konzepten und neuen Fragen.
Jetzt interessiert uns eure Sicht:
Welches Event hat euch 2025 am meisten geprägt?
Schreibt es uns. Diskutiert mit uns.
Denn genau davon lebt diese Szene. Und genau dafür steht BattleVerseDE.