Comic Con Stuttgart 2025: Samstag voll, Sonntag entspannter

von benjiton am 19. Dezember 2025
Mit einer sperrigen Sci-Fi-Rüstung durch eine volle Messehalle zu laufen, ist ohnehin keine besonders elegante Angelegenheit. Am Samstag der Comic Con Stuttgart 2025 wurde es für eines unserer Teammitglieder stellenweise richtig mühsam. Die Wege waren voll, zum Posieren fehlte häufig der Platz und zwischen den Besuchern war mit größerem Cosplay einiges an Geduld gefragt.

Einen Tag später sah die Messe für uns schon entspannter aus. Ohne große Rüstung und mit weniger Gedränge blieb deutlich mehr Gelegenheit, einfach durch die Hallen zu ziehen.

Dieser Unterschied zwischen Samstag und Sonntag zieht sich durch unsere Erinnerungen an die CCON 2025.

Neuer Rekord auf vier Hallen

Die Comic Con Stuttgart fand am 29. und 30. November 2025 auf der Messe Stuttgart statt. Genutzt wurden erstmals die Hallen 4, 6, 8 und 10 sowie das Atrium.

Der Veranstalter spricht von mehr als 60.000 Quadratmetern Veranstaltungsfläche, rund 850 Ausstellern und 55.000 Besuchern. Damit stellte die CCON einen neuen Besucherrekord auf.

Den merkte man am Samstag.

Vor allem mit größerem Cosplay wurden volle Laufwege schnell zum Problem. Mal eben stehen bleiben, eine geeignete Stelle für ein Foto suchen oder mit mehreren Personen zusammenkommen war nicht überall einfach. Ohne sperriges Kostüm war die Situation natürlich weniger dramatisch, voll blieb es trotzdem.

Am Sonntag hatten wir mehr Luft. Das machte sich beim Erkunden der Messe unmittelbar bemerkbar.

Vier Hallen, trotzdem schnell zurechtgefunden

Vor dem Wochenende klangen vier Hallen erst einmal nach viel Orientierungssuche. Tatsächlich hatten wir den Aufbau recht schnell verstanden. Die Hallenpläne waren dabei hilfreich und nach den ersten Wegen wussten wir ungefähr, wo wir hinmussten.

Bei der Anfahrt lief es weniger reibungslos.

Zwei Personen aus unserem Team landeten mit dem Navi zunächst an einem Bürogebäude statt am vorgesehenen Presseparkplatz. An der dortigen Rezeption lagen bereits ausgedruckte Anfahrtspläne bereit. Für uns ging es nach dem ungeplanten Zwischenstopp weiter zur richtigen Zufahrt.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln überzeugte die Anreise nicht jeden aus dem Team. Im Ticket war zwar ein VVS-Kombiticket enthalten, die Verbindung vom Hauptbahnhof bis zur Messe wurde trotzdem als eher umständlich empfunden.

Zum normalen Besuchereinlass haben wir keine vergleichbare Erfahrung. Mit Presseakkreditierung kamen wir ohne längere Wartezeit hinein.

Das eigentliche Convention-Gefühl entstand oft nebenbei

Trotz der vollen Hallen war die Stimmung für uns angenehm. Eine Beschreibung aus dem Team trifft es ziemlich gut: chaotisch im guten Sinne.

Ein großer Teil des Wochenendes spielte sich ohnehin zwischen den Programmpunkten ab. Man traf Freunde wieder, blieb bei Cosplays hängen oder verlor auf dem Weg zur nächsten Halle plötzlich deutlich mehr Zeit als geplant.

Eine unserer liebsten kleinen Geschichten des Wochenendes entstand ausgerechnet in einem Waschraum. Dort fiel einer fremden Person das Cosplay auseinander. Ein Teammitglied half kurzerhand mit Panzerband aus.

Ein paar Minuten später ging es für beide weiter.

Solche Situationen bleiben bei einer Convention oft länger im Kopf als der nächste Punkt im offiziellen Programm. Gerade in der Cosplay-Szene gehört diese spontane Hilfsbereitschaft für uns zum Eventgefühl dazu.

Bei Gaming haben wir uns selbst etwas verzettelt

Eigentlich hätten wir gerade die Gaming Zone genauer unter die Lupe nehmen sollen. Schließlich gehört Gaming zum Kern von Battleverse.

Das Angebot war 2025 größer als im Jahr zuvor. Laut Veranstalter wuchs der Bereich von 600 auf 1.000 Quadratmeter. Mehr als 50 Titel waren angekündigt. Darunter Tekken 8, EA Sports FC 26, Frostpunk 2 und Constance. Auch AMD, Samsung und uRage waren vertreten. Auf einer eigenen Bühne moderierte Manuel Fritsch.

Parallel dazu lief mit „BE A HERO“ ein digitales Steam-Event.

Von uns gibt es trotzdem keinen vollständigen Test des Bereichs.

Einige aus dem Team sind an Spielen hängen geblieben und waren erst einmal beschäftigt. Das spricht zumindest dafür, dass man dort problemlos Zeit versenken konnte. Wie gut die einzelnen Stationen organisiert waren oder wie lang die Wartezeiten zu Spitzenzeiten ausfielen, haben wir nicht konsequent genug beobachtet.

Das nehmen wir auf unsere Kappe. Bei einem weiteren Besuch würden wir für Gaming gezielt mehr Zeit reservieren.

Die Artist Alley hätte einen besseren Platz verdient

Bei der Artist Alley störte uns vor allem eines: der Standort.

Sie lag in der hintersten Halle und dort noch einmal weit hinten. Wer von der anderen Seite des Geländes kam, hatte entsprechend Strecke vor sich.

Das fühlte sich unnötig versteckt an.

Gerade Artists und kleinere Creator sind für einen Teil des Convention-Publikums ein eigener Besuchsgrund. Man schlendert durch die Stände, entdeckt Zeichner, kauft Prints oder kommt direkt mit den Leuten hinter den Arbeiten ins Gespräch. Dafür hätten wir uns einen zentraleren Platz gewünscht.

Über das TCG Village können wir wenig sagen. Wir haben dort schlicht zu wenig Zeit verbracht, um den Bereich fair zu bewerten.

Sci-Fi, LEGO und ein spontanes Tattoo

Mehr hängen geblieben ist bei uns der Bereich mit LEGO-Modellen und Sci-Fi-Requisiten. Dort lohnte es sich, auch einmal näher hinzusehen. Viele kleinere Details gingen im Vorbeilaufen schnell unter.

Die Galactic Cantina nahm laut Veranstalter fast 5.000 Quadratmeter in Halle 4 ein. Dort standen unter anderem ein X-Wing und der Nachbau eines Millennium-Falcon-Cockpits. Über den Köpfen schwebte ein großer Todesstern-Ballon.

Rund um die Galactic Cantina wurden nach offiziellen Angaben außerdem 10.082 Euro für das Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart gesammelt.

Eine andere Erinnerung an die CCON dürfte im Team noch etwas länger halten: Eine Person entschied sich spontan für ein Tattoo auf der Messe.

Convention-Souvenir mit eher geringer Chance, irgendwann in einer Schublade zu verschwinden.

Die Aftershow-Party war für uns der schwächere Teil des Wochenendes

Bei der Aftershow-Party war die Stimmung im Team deutlich verhaltener.

Platz gab es in der Halle reichlich. Beim gastronomischen Angebot hätten sich mehrere von uns mehr Auswahl gewünscht.

Mit der Musik wurden ebenfalls nicht alle warm. Vor allem mehrere Anime-Intros hintereinander wirkten irgendwann mehr nach abgespielter Playlist als nach einem Set, das den Abend wirklich trägt. Wer genau dafür gekommen ist, dürfte das naturgemäß anders wahrgenommen haben. Bei uns sprang der Funke nicht über.

Irritiert hat uns außerdem der Einlass, den wir selbst erlebt haben.

Während bei der eigentlichen Convention Cosplay-Waffen und Requisiten kontrolliert wurden, gab es an unserem Zugang zur Aftershow keine vergleichbare Kontrolle der Taschen. Später fiel Teammitgliedern auf, dass Besucher größere Mengen eigenen Alkohols dabeihatten.

Das beschreibt unseren Einlass zu diesem Zeitpunkt. Wie an anderen Zugängen kontrolliert wurde, haben wir nicht beobachtet.

Essen suchen oder zur Gastro-Plaza gehen

Beim Essen gingen die Eindrücke auseinander.

Wer unterwegs spontan etwas suchte, empfand die Verteilung der Angebote teilweise als unübersichtlich und die Preise als hoch. Andere aus dem Team waren mit der Gastro-Plaza recht zufrieden, vor allem weil man dort auch vernünftig sitzen konnte.

Auf einem Gelände dieser Größe hängt die Erfahrung stark davon ab, wo man sich gerade befindet. Quer durch mehrere Hallen zu laufen, weil man etwas Bestimmtes sucht, fühlt sich am Samstagnachmittag anders an als ein kurzer Abstecher von einer benachbarten Halle.

Bei den Toiletten hatten wir wenig zu beanstanden. Sie wirkten bei unseren Besuchen sauber und gepflegt.

Mehr genervt hat uns das Mobilfunknetz. Nachrichten gingen teilweise verspätet raus oder wollten gar nicht erst senden. Wenn sich mehrere Leute über vier Hallen verteilen und irgendwann wieder zusammenfinden wollen, wird das überraschend schnell lästig.

Samstag oder Sonntag? Für Cosplay keine unwichtige Frage

Wenn wir für den nächsten Besuch etwas aus 2025 mitnehmen, dann vor allem die Wahl des Tages.

Der Samstag war für das Team mit größerem Cosplay spürbar anstrengender. In einer Rüstung braucht man ohnehin mehr Raum, und genau der fehlte auf einigen Wegen.

Am Sonntag konnten wir uns freier bewegen. Ohne großes Kostüm fiel natürlich zusätzlich ein Teil des Problems weg.

Für jemanden, der hauptsächlich Freunde treffen, shoppen oder das Programm anschauen möchte, kann der volle Samstag trotzdem genau richtig sein. Mit ausladender Rüstung oder größeren Props würden wir nach diesem Wochenende zumindest überlegen, ob der ruhigere Tag nicht angenehmer ist.

Unser Fazit zur CCON 2025

Von der Comic Con Stuttgart 2025 bleiben bei uns weniger die großen Programmpunkte hängen als viele einzelne Situationen.

Da ist das notdürftig mit Panzerband gerettete Cosplay. Die Person, die spontan mit einem Tattoo nach Hause fährt. Teammitglieder, die in der Gaming Zone länger verschwinden als geplant. Und ein Samstag, an dem eine Sci-Fi-Rüstung plötzlich ziemlich viel größer wirkt, weil links und rechts kaum noch Platz bleibt.

Genau darin lag für uns auch die Stärke des Wochenendes.

Nicht alles hat funktioniert. Die Artist Alley hätten wir gerne prominenter platziert gesehen, und auf die Aftershow-Party würden wir nach unserem diesjährigen Eindruck nicht unbedingt noch einmal setzen.

Für die nächste CCON würden wir trotzdem wieder einiges anders planen: Gaming bekommt einen festen Zeitblock, die Wahl zwischen Samstag und Sonntag wird stärker vom Cosplay abhängig gemacht und für Treffen verlassen wir uns besser nicht allein auf das Mobilfunknetz.

Die Messe ist groß genug geworden, dass man an zwei Tagen sehr unterschiedliche Versionen derselben Convention erleben kann.

2025 haben wir genau das getan.