Die Comic Con Stuttgart 2024 hat wieder einmal bewiesen, warum sie zu den bedeutendsten Popkultur-Events in Deutschland zählt. Rund 48.000 Besucherinnen und Besucher strömten am 30. November und 1. Dezember auf das Messegelände – eine beeindruckende Zahl, die nicht nur das konstante Wachstum der Convention unterstreicht, sondern auch den immensen Stellenwert, den dieses Event in der Community genießt.
Wir von BattleVerseDE waren von Anfang an mittendrin. Bereits morgens war klar: Diese Ausgabe würde etwas Besonderes. S-Bahnen, U-Bahnen, Straßen rund um die Messe – alles voll mit Cosplayern, Fans, Sammlern, Familien. Die Vorfreude lag in der Luft. Und als über den Messehallen am frühen Samstagnachmittag das Indiana-Jones-Luftschiff seine Kreise zog, war der Gänsehautmoment perfekt. Ein cineastischer Gruß von oben – und ein Sinnbild für das, was dieses Wochenende ausmachte: Kreativität, Fantasie und ein tiefer Gemeinschaftsgeist.
Was sich mit Zahlen wie „48.000 Besucher“ gut beschreiben lässt, spürt man vor Ort noch einmal ganz anders. Die Stimmung war elektrisierend, aber herzlich. Kein anonymer Massenandrang, sondern ein Miteinander. Menschen jeden Alters und aus allen Regionen – über 38 % reisten mehr als 100 km an, viele sogar aus dem europäischen Ausland – kamen zusammen, um das zu feiern, was sie verbindet: die Liebe zur Popkultur.
Die Messehallen, vor allem die stark frequentierten Bereiche wie Halle 4 (Main Floor), Halle 6 (Cosplay & Queer Avenue) oder Halle 10 (TCG- und Gaming-Zonen), pulsieren förmlich vor Energie. Bereits am Eingang begegneten uns Superhelden, Jedi, Videospielcharaktere und Anime-Figuren – eine Welt, in der jedes Kostüm eine Geschichte erzählte. Und das Publikum? Offen, respektvoll, begeistert.
Man darf es ruhig so sagen: Das Wetter spielte perfekt mit. Bei mildem Sonnenlicht und spätherbstlicher Klarheit wirkte der Außenbereich der Comic Con wie ein Festivalgelände. Vor den Eingängen wurde gequatscht, posiert, gelacht. Drinnen wie draußen wurde fotografiert, gestreamt und fleißig auf Social Media geteilt. Der Hashtag #CCON2024 trendete bereits am Samstagvormittag.
Viele Besucher beschrieben die Atmosphäre mit Worten wie „freundlich“, „familiär“ oder gar „magisch“. Bianca Andersen, Content Creatorin bei Keepseven, brachte es in einem Interview auf den Punkt: „Hier kam die Community zusammen, es war wie bei einem Klassentreffen.“ Genau dieses Gefühl wurde auch von Cosplayer:innen, Händlern, Familien und Stars geteilt: Es war ein Zusammenkommen auf Augenhöhe, mit Platz für Individualität, Austausch und Inspiration.
Die CCON war 2024 nicht einfach „nur“ groß. Sie war gut organisiert, inhaltlich vielfältig und menschlich nahbar. Die neue Besucherführung, das bewährte Hallenkonzept und die Mischung aus langjährigen Stammgästen und neugierigen Erstbesuchern (rund 40 %) machten deutlich: Diese Messe entwickelt sich weiter, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Und gerade dieser Kontrast – zwischen dem gewaltigen Popkultur-Feuerwerk auf der einen Seite und der emotionalen Nahbarkeit auf der anderen – machte den Reiz aus. Wer durch die Hallen ging, konnte Gespräche auf Japanisch, Englisch, Deutsch und Französisch mithören. Eine globale Community, vereint durch Fandom, Kostüm und Neugier.
Wenn man die Comic Con Stuttgart 2024 mit nur einem Wort beschreiben müsste, dann wäre „Cosplay“ wohl der passendste Begriff. Denn es waren nicht nur die Stars oder Stände, die das Messewochenende geprägt haben – es war vor allem die Community selbst, die sich in aufwendigen Kostümen, farbenfrohen Charakterinterpretationen und atemberaubenden Eigenkreationen präsentierte.
Und das nicht nur in den Hallen. Schon auf dem Weg zur Messe begegneten uns Sith-Lords in der U-Bahn, Prinzessinnen auf dem Bahnsteig oder Hexer an der Currywurstbude – ein lebendiger Beweis dafür, dass Cosplay weit mehr ist als ein Hobby. Es ist Ausdruck, Identifikation, Kunst – und fester Bestandteil der Popkultur.
Was in Stuttgart besonders auffiel: Die thematische und handwerkliche Vielfalt war überwältigend. Von filmreifen Rüstungen aus dem Warhammer-Universum über Anime-Ikonen aus Demon Slayer und My Hero Academia bis hin zu kreativen Crossplays, Genderbends und Original Characters – alles war vertreten. Besonders stark: die Präsenz von Queer-Cosplayer:innen, die mit Selbstbewusstsein und Charme die Vielfalt ihrer Figuren zelebrierten.
Diese kreative Explosion fand ihren emotionalen Höhepunkt beim Cosplay Contest im Atrium, der auch 2024 wieder für volle Ränge und tosendes Publikum sorgte. Moderiert von Drag Queen Aria Addams, die bereits durch ihre Teilnahme bei Germany's Next Topmodel bekannt wurde, entwickelte sich die Show zu einem der emotionalsten Programmpunkte des Wochenendes.
Was wir besonders schätzen: Auf der CCON ist Cosplay keine Competition um Likes, sondern ein Ausdruck von Gemeinschaft. Das zeigte sich besonders an der Repair Station der Cosplay Helden, einem kleinen Stand mit großer Wirkung. Hier half man sich gegenseitig bei gerissenen Nähten, verbogenen Flügeln oder abgebrochenen Waffen – ohne Bewertung, ohne Vorbehalte, nur mit echtem Teamgeist.
Diese Station wurde nicht nur intensiv genutzt, sondern war auch Treffpunkt für Austausch, Aufmunterung und spontane Fotosessions. Der Satz „Braucht jemand Sekundenkleber?“ fiel dort gefühlt im Minutentakt – und wir meinen das im besten Sinne.
Ein absolutes Highlight: Die Verbindung von Cosplay und Drag-Kunst. Die CCON geht hier mutiger voran als viele andere Conventions in Deutschland. Die Drag-Show auf der Bühne der Queer Avenue war laut, schillernd und empowernd. Doch auch abseits der Bühne waren die Drag-Performer:innen ansprechbar, offen und im Austausch mit Fans. Hier wurde Diversität nicht nur gezeigt, sondern aktiv gelebt.
Diese Offenheit zog sich durch alle Hallen: Niemand wurde schief angesehen, jeder durfte glänzen. Cosplayer:innen mit körperlichen Einschränkungen, Eltern mit Kindern im Partnerlook, Plus-Size-Queens und Rollstuhlfahrer:innen – sie alle waren selbstverständlicher Teil dieses kreativen Kosmos.
Was viele Außerstehende oft nicht begreifen: Cosplay ist kein Kostümfest. Es ist das Ergebnis von Wochen – manchmal Monaten – harter Arbeit, emotionaler Bindung und echter Leidenschaft. Wenn man erlebt, wie jemand zitternd auf der Bühne steht, weil das eigene Werk zum ersten Mal vor Publikum präsentiert wird, dann spürt man, was diese Messe wirklich bedeutet.
Für uns war klar: Cosplay ist das Herz dieser Convention. Und es schlägt laut, bunt und voller Stolz.
Es gibt viele Conventions, die sich Vielfalt auf die Fahne schreiben. Doch nur wenige leben sie so konsequent wie die Comic Con Stuttgart 2024. Mit der Queer Avenue in Halle 6 hat die Messe einen Bereich geschaffen, der nicht nur sichtbar, sondern vor allem wirksam ist – als Safe Space, als Bühne, als Begegnungsort.
Hier wurde nicht über Inklusion gesprochen – sie wurde einfach gemacht.
Das Herzstück der Queer Avenue war die große Bühne – und diese gehörte an beiden Tagen den Drag Queens. Mal schrill, mal glamourös, mal mit derbem Humor, mal mit politischem Biss – aber immer authentisch. Aria Addams, bekannt aus GNTM, führte durch das Programm mit einer Mischung aus Selbstironie, Nahbarkeit und Showqualitäten. Das Publikum? Begeistert, laut, liebevoll.
Zwischen Perücken-Tutorials, Styling-Sessions und Live-Performances entstand kein distanziertes Bühnengefühl, sondern echte Nähe. Die Drag-Künstler:innen standen auch abseits der Shows für Gespräche, Selfies und Lacher bereit – ganz ohne Barrieren.
Was die Queer Avenue so besonders macht: Sie versteht sich nicht als Nische. Sondern als selbstverständlicher Teil des großen Ganzen. Zwischen Cosplay-Zubehör, Artist Alley und Foodständen hatte sie ihren festen Platz – mit der gleichen Wertschätzung, der gleichen Bühne, der gleichen Professionalität.
Besucher:innen berichteten durchweg positiv: Die Atmosphäre sei offen, freundlich und respektvoll gewesen. Viele betonten, dass sie sich hier zum ersten Mal wirklich „gesehen“ fühlten. Andere kamen gezielt wegen der Queer Avenue – auch, weil solche Räume auf anderen Messen oft fehlen oder zu oberflächlich wirken. Stuttgart macht hier vor, wie es gehen kann.
Dass Inklusion auf der CCON keine Randerscheinung ist, zeigte sich auch im restlichen Messegeschehen. Queeres Cosplay war allgegenwärtig. Von klassischen Genderbends bis zu freien Interpretationen bekannter Charaktere wurde hier nicht diskutiert, ob etwas „passt“ – sondern einfach gefeiert, dass es gemacht wird.
Auch non-binäre oder trans* Cosplayer:innen berichteten, dass sie sich auf der CCON wohler fühlten als auf vielen anderen Großveranstaltungen. Die offene Grundstimmung der Messe – getragen von Crew, Publikum und Aussteller:innen – schafft Vertrauen. Und dieses Vertrauen ist der Boden, auf dem echte Community wachsen kann.
In einer Zeit, in der Popkultur zunehmend kommerzialisiert wird, ist es ein starkes Zeichen, dass die Comic Con Stuttgart genau hier Raum für Haltung schafft. Die Queer Avenue ist keine Marketingfläche. Sie ist gelebte Praxis.
Und vielleicht gerade deshalb war sie so erfolgreich: Weil sie ehrlich war. Weil sie sich nicht anbiedert, sondern einfach existiert – laut, bunt und selbstverständlich.
Für viele Besucher:innen war dieser Bereich kein Programmpunkt, sondern ein Zuhause. Ein Raum, in dem sie sein konnten, wie sie sind. Und genau das macht die CCON 2024 in unseren Augen zu einer der relevantesten Popkultur-Messen Europas.
Was wäre eine Comic Con ohne Stargäste? Auch 2024 ließ sich die CCON nicht lumpen und brachte erneut hochkarätige Namen nach Stuttgart. Clark Gregg, bekannt als Agent Coulson aus dem Marvel Cinematic Universe, war ebenso vor Ort wie Katee Sackhoff (Battlestar Galactica, The Mandalorian), Ian McElhinney (Game of Thrones), Erika Harlacher (Anime-Synchro-Star) oder Staz Nair (Krypton, GOT). Und das Beste: Sie waren nicht nur da – sie waren mittendrin.
Was bei den Panels auffiel: Es ging nicht um Show, sondern um echte Gespräche.
Clark Gregg beispielsweise wirkte entspannt, humorvoll, zugewandt. Auf die Frage, was er sich als Superheld wünschen würde, meinte er trocken: „Ein fliegendes Auto. Wegen dem Verkehr in L.A.“ Seine Panel-Session war witzig, aber auch ehrlich – mit Anekdoten über Set-Erfahrungen und persönlichen Einblicken in seine Arbeit mit Marvel Studios.
Katee Sackhoff überzeugte mit Authentizität. Zwischen Fanfragen, Erinnerungen an Drehs in Rüstungen und Aussagen über weibliche Rollen in Sci-Fi war jede Antwort auf Augenhöhe, nie aufgesetzt. Man hatte das Gefühl: Sie ist nicht wegen des Geldes hier – sondern wegen der Community.
Was wir von BattleVerseDE besonders schätzen: die Nahbarkeit der Stars. In den Hallen begegnete man ihnen nicht nur auf der Bühne, sondern auch an ihren Autogrammtischen – und das in einem fair geregelten, durchdachten Rahmen. Die Wartezeiten waren gut organisiert, das Personal freundlich, und die Fans rücksichtsvoll.
Autogramme, Fotos und sogar kurze Gespräche waren möglich – keine Massenabfertigung, sondern echte Fan-Momente. Besonders sympathisch: Sascha Rotermund, die deutsche Stimme von Pedro Pascal (The Mandalorian), nahm sich viel Zeit, signierte nicht nur fleißig, sondern machte auf Wunsch sogar Sprachaufnahmen für Fans. Und: Alle Spenden gingen ans Kinderhospiz – ein starkes Zeichen.
Es waren aber auch die kleinen, unbezahlbaren Momente, die hängen bleiben.
Ein Mädchen, das zitternd vor Freude Clark Gregg umarmt. Ein Vater, der seinem Sohn erklärt, wer Katee Sackhoff ist – und am Ende selbst das Selfie macht. Oder eine Gruppe Cosplayer, die Erika Harlacher japanische Grüße zurufen – und ein breites Lächeln zurückbekommen.
Solche Augenblicke sind es, die diese Messe mehr als bloß ein Event machen. Die Stars wurden nicht angebetet, sondern willkommen geheißen. Und genau das machte die Stimmung so angenehm. Keine Hysterie, keine Hektik – sondern Respekt und gegenseitige Wertschätzung.
Viele Panels gingen über bloßen Fan-Service hinaus. Es wurde diskutiert, reflektiert, motiviert. Ob es um Karrierewege, Schauspieltechniken, Diversität im Film oder persönliche Herausforderungen ging – die Gesprächsinhalte hatten Tiefe. Besonders spannend war das Panel zur neuen Gundam-Netflix-Serie mit Regisseur Erasmus Brosdau und Produzent Naohiro Ogata – ein echtes Schmankerl für Sci-Fi-Fans.
Wenn es eine Fanbase gibt, die auf Conventions zuverlässig Präsenz zeigt, dann sind es die Star-Wars-Fans. Und die Comic Con Stuttgart 2024 hat diesem Fandom in diesem Jahr einen besonderen Raum geschaffen: die Galactic Cantina. Ein Bereich, der nicht nur als Kulisse funktionierte, sondern als lebendige Hommage an eine der größten Popkultur-Ikonen unserer Zeit.
Schon beim Betreten von Halle 4 war klar: Hier ist Star Wars nicht nur Thema, sondern Erlebnis.
Zwischen Sandfarben, Cantina-Soundtrack, Lichtschwert-Duellshows und originalgetreuen Requisiten-Nachbauten fühlte man sich wie in einer anderen Galaxie. Fangruppen in Mando-Rüstungen, Sturmtruppler auf Patrouille, Droiden, die piepten und blitzten – alles sorgte für eine immersive Atmosphäre.
Ein absoluter Publikumsmagnet war der detailreiche AT-ST-Walker, der durch seine schiere Größe allein schon für offene Münder sorgte – und für eine endlose Reihe von Fotos. Die Kids feierten es, die Erwachsenen waren beeindruckt. Und wir? Wir standen da wie kleine Kinder mit leuchtenden Augen.
Ein besonderer Moment spielte sich am Stand von Topps Deutschland ab, wo ein überdimensionaler Todesstern-Nachbau inszeniert war. Hier gab es nicht nur Sammelkarten, sondern auch einen echten Fan-Moment: Jonas Suotamo, der aktuelle Chewbacca-Darsteller aus „Solo: A Star Wars Story“, war zu Gast – und gab völlig kostenlos Autogramme.
Ohne Hektik, ohne Abschottung, ohne übertriebene Starallüren. Wer sich mit ihm fotografieren wollte, bekam ein echtes Erlebnis – und meist noch einen Wookiee-Schrei dazu. Solche Momente sind es, die diese Messe von anderen abheben.
Ein weiteres Highlight: Die exklusive Vorschau zur neuen Disney+-Serie „Skeleton Crew“, die im Rahmen der Messe erstmalig präsentiert wurde – begleitet von einer Panelrunde mit Verantwortlichen und Synchronsprecher Sascha Rotermund (die deutsche Stimme von Pedro Pascal).
Die Kooperation mit Disney+ brachte nicht nur Prestige, sondern auch neuen Schwung in den Star-Wars-Bereich. Die Präsentation war professionell, aber nicht steril – sondern lebendig, leidenschaftlich und perfekt für Fans aufbereitet. Die Begeisterung im Publikum war spürbar – viele blieben danach stundenlang im Cantina-Bereich, führten Diskussionen, tauschten Theorien aus oder holten sich bei der Fotostation ein Selfie mit den Mandos.
Ein ganz großes Lob verdient das Zusammenspiel mit den Star-Wars-Fangruppen aus dem gesamten süddeutschen Raum. Allen voran die Star Warriors Südwest, die mit Herzblut und Organisationstalent für einen reibungslosen Ablauf und bleibende Eindrücke sorgten.
Ihr Stand war nicht nur Anlaufstelle für Cosplayer, sondern auch für interessierte Neueinsteiger. Kinder durften Blaster halten, Eltern konnten Fragen stellen, Sammler wurden mit Tipps versorgt. Community-Arbeit auf höchstem Niveau – und ein Paradebeispiel dafür, wie Fans eine Messe bereichern können.
Mit Spannung erwartet und mit offenen Armen empfangen: Das Trading Card Games Village war 2024 das große neue Herzstück der Comic Con Stuttgart – und rückblickend betrachtet wohl auch eine der stärksten Entscheidungen der Veranstalter.
Was früher mal Randthema war, wurde diesmal prominent in Halle 6 platziert und entwickelte sich sofort zu einem echten Magneten für Fans, Sammler und Spieler.
Von Magic: The Gathering über Disney Lorcana, Pokémon bis hin zu Nischentiteln wie „Flesh and Blood“ oder „One Piece Card Game“ – das Angebot war so vielfältig wie professionell.
Der Bereich war clever aufgeteilt: Verkaufsstände, Spieltische, Turnierbereiche und Community-Spots bildeten eine in sich geschlossene, aber einladende Struktur. Selbst wer einfach nur vorbeilief, blieb spätestens beim Anblick der riesigen Kartenregale oder der emotionalen Reaktionen bei laufenden Matches stehen.
Ein echtes Highlight war das große TCG-Turnier, bei dem sich 128 Spieler:innen in verschiedenen Formaten maßen. Besonders bemerkenswert: Das komplette Turnier wurde live gestreamt, mit Kommentatoren, Kamera-Close-ups und Publikumsinteraktion.
Das Niveau der Matches war hoch, das Publikum engagiert, und die Atmosphäre spannungsgeladen – aber nie toxisch. Stattdessen: Respekt, Applaus, Fairplay. So sieht moderne Spielkultur aus.
Die Card Show, organisiert von Hydra Forge Event Production in Zusammenarbeit mit Topps Deutschland, setzte zusätzlich Maßstäbe. Der Todesstern-Nachbau als Setpiece war nicht nur Blickfang, sondern funktionierte als zentraler Ankerpunkt der Szene. Collectors City, Keepseven und viele weitere Unternehmen präsentierten exklusive Karten, Limited Editions und Messepromos – mit großer Resonanz.
Was uns besonders auffiel: Der TCG-Bereich war nicht nur Verkaufsfläche. Sondern ein Ort, an dem echte Gespräche stattfanden. Über Deck-Building, über neue Meta-Trends, über die Zukunft der Branche. Es wurde gefachsimpelt, gelacht, getestet und vernetzt.
Besonders jüngere Besucher:innen nutzten die Möglichkeit, aktiv zu spielen statt nur zu konsumieren. Auch für viele Eltern war das eine angenehme Erfahrung: Der TCG-Bereich bot nicht nur Hype, sondern Inhalt.
Bianca Andersen, Content Creatorin bei Keepseven, fasste es treffend zusammen:
„Das TCG Village ist eine klasse Idee, vor allem, weil die Besucherinnen und Besucher an den Spieltischen zocken können. Auch der Aussteller-Mix war perfekt.“
Dass Sammelkarten längst mehr als ein Hype sind, zeigt sich an der professionellen Aufbereitung, dem wirtschaftlichen Interesse – aber auch an der emotionalen Bindung, die viele Fans mit ihren Decks und Lieblingskarten haben.
Mit dem Trading Card Games Village hat die Comic Con Stuttgart eine Lücke geschlossen, die seit dem Ende der Role Play Convention offen war. Es ist mehr als nur ein Messetrend – es ist ein echter Mehrwert für die Szene.
Für 2025 wünschen wir uns: noch mehr Platz, noch mehr Formate, vielleicht sogar eine eigene Halle. Das Potenzial ist da – und die Nachfrage ebenfalls.
Die Gaming Zone auf der Comic Con Stuttgart 2024 war kein Beiwerk – sie war ein Kraftzentrum. Zwischen Cosplay-Wettbewerb und Panels konnte man hier abtauchen, ausprobieren und aufdrehen. In Halle 10 ging es um mehr als nur Konsum – hier wurde gespielt, gelacht, gebattled und erlebt.
Die Mischung aus Retro-Gaming und brandneuen Titeln machte diesen Bereich besonders attraktiv. Während Kinder an Arcade-Automaten mit ihren Eltern in „Street Fighter II“ oder „Pong“ kämpften, standen wenige Meter weiter schon die neugierigen Gamer:innen der neuen Generation Schlange – etwa bei den Anspielstationen von „Star Wars: Outlaws“ oder ARK: Survival Ascended.
Letzteres konnte man sogar in einer spielbaren „Nitraduck“-Edition testen – die überdimensionale, aufgeblasene Ente des Hosting-Anbieters Nitrado war nicht nur ein Eyecatcher, sondern auch ein echtes Community-Symbol. Ob Selfies mit der Ente oder Multiplayer-Sessions am Stand: Hier wurde Gaming gelebt, nicht nur gezeigt.
Besonders auffällig: Die Organisatoren legten Wert auf Beteiligung. Statt starrer Präsentation gab es Schrei-Wettbewerbe, Karaoke-Duelle, Speedruns und spontane Challenges. Wer wollte, konnte sich auf die Bühne stellen, ein Mikro greifen und loslegen – egal, ob mit Gaming-Content oder Cosplay-Musik.
Dieser interaktive Ansatz kam gut an: Die Zuschauerzahlen wuchsen mit jeder Aktion. Kein Wunder – hier wurde man nicht nur unterhalten, sondern Teil des Programms.
Erfreulich war auch die starke Beteiligung regionaler Studios und Entwicklerteams. Unter anderem präsentierte die Magnificum GmbH aus Stuttgart ihre Krimispiele in digitaler Form, aber auch Indie-Projekte aus der Region fanden Gehör – und das sogar inmitten der großen Publisher.
Diese Balance aus Lokalem und Globalem machte die Zone besonders glaubwürdig. Man hatte nicht das Gefühl, in einem Werbepark zu stehen – sondern in einem Raum für Begegnung und Entdeckung.
Was uns wirklich berührt hat: Gaming war hier generationenübergreifend. Väter erklärten ihren Kindern alte Games, Kinder zeigten ihren Eltern VR-Brillen. Schulklassen diskutierten Spielmechaniken mit Entwicklern, während Streamer:innen Interviews mit Cosplayern führten.
Freyja Melhorn, Director Marketing Communication der BXDXO GmbH, brachte es treffend auf den Punkt:
„Videospiele sind aus einer Popkultur-Convention wie der CCON einfach nicht mehr wegzudenken.“
Und sie hat recht. Gaming ist längst Teil der Popkultur-DNA – und die CCON hat das verstanden. Statt inhaltlich nur anzutasten, wurde hier eine immersive Erlebniswelt geschaffen, in der alle Gamer:innen – egal ob casual oder hardcore – etwas für sich finden konnten.
Die Gaming Zone war 2024 kein dekorativer Anhängselbereich, sondern ein vollwertiger Programmpunkt mit Substanz. Mit klarem Konzept, hoher Interaktivität und einem breiten Angebot von Retro bis Next Gen hat sie ein starkes Statement gesetzt: Gaming gehört auf die Bühne.
Neben Stars, Cosplay und Gaming ist und bleibt die kreative Wurzel der Comic Con das, was im Namen steckt: Comics. Und 2024 wurde dieser Ursprung wieder sichtbar gefeiert – insbesondere in der Artist Alley, die einmal mehr zu einem der emotionalsten, ehrlichsten und handwerklich beeindruckendsten Bereiche der CCON wurde.
Hier sitzen sie: die Gesichter hinter den Panels. In der Artist Alley von Halle 8 präsentierten über hundert Künstler:innen ihre Werke – gedruckt, gemalt, skizziert, koloriert. Ob Manga-Stil, amerikanische Superhelden-Ästhetik oder düstere Gothic-Fantasy – die Bandbreite war enorm.
Besonders beeindruckend: Viele Artists gaben live Einblicke in ihre Arbeit. Man konnte zusehen, wie Skizzen Gestalt annahmen, Charaktere auf dem Papier zum Leben erwachten oder ganze Seitenlayouts entworfen wurden. Das Publikum? Durchweg interessiert, aufmerksam, offen. Hier wurde nicht nur gekauft – hier wurde zugehört, gefragt und gewertschätzt.
Was diesen Bereich so besonders macht, ist die direkte Interaktion zwischen Künstler:innen und Fans. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich maßgeschneiderte Illustrationen anfertigen zu lassen, Fragen zu stellen oder sich einfach auszutauschen – von Künstlerin zu Kunstliebhaber, von Fan zu Fan.
Junli, eine Illustratorin aus Hamburg, erzählte uns, wie viele Menschen in den letzten Monaten ihre Sternzeichen-Serie online verfolgt hatten – und nun auf der CCON mit ihr in Kontakt traten, Zeichnungen bestellten oder einfach „Danke“ sagten. Diese Nähe gibt es nur hier.
Natürlich fehlten auch die großen Namen nicht. Der italienische Francesco Mortarino, bekannt für seine Arbeiten an den Marvel-Serien Avengers und X-Men, war ebenso vor Ort wie Benecea, Oliver Wetter (Ars Fantasio) und John Thienel, der die Comic Con Stuttgart schlicht als „Ort mit der schönsten Atmosphäre“ bezeichnete.
Ein absolutes Highlight: Ingo Römling präsentierte gemeinsam mit Torsten Sträter ihren Beitrag zur DC-Anthologie Joker: The World. Der humorvolle Talk auf der Star-Stage zog Hunderte Besucher an – Sträter erzählte pointiert von Batmans Erzfeind auf dem Metal-Festival Wacken, Römling signierte danach unermüdlich – und mit einem Lächeln.
Der Comic-Bereich in Halle 8 war trotz sinkender Verlagsdichte weiterhin stark aufgestellt. Panini Comics, als Branchenriese mit Stand in Halle 4 vertreten, zeigte Flagge mit Neuheiten, Signierstunden und Künstlergesprächen. Dazu präsentierte sich die Sammlerecke aus Esslingen gewohnt prominent – mit exklusiven Ausgaben und regelmäßigen Signier-Sessions, u. a. mit Joscha Sauer, dessen Nichtlustig-Bände am laufenden Band über den Tisch gingen.
Kleine Verlage und Selfpublisher zeigten, dass Comics in Deutschland mehr sind als nur Mainstream. Es wurde experimentiert, provoziert, erzählt – auf Papier, Leinwand oder digital.
Während Cosplay, Gaming und große Shows auf der Comic Con Stuttgart oft für die lauten Momente sorgen, war ein anderer Bereich der Messe der perfekte Rückzugsort für alle, die es taktisch, kommunikativ und etwas entspannter mögen: die Brettspiel-Area.
Zugegeben – sie war nicht die größte Fläche der Messe. Aber definitiv eine der herzlichsten und verbindendsten.
In Halle 6 und angrenzenden Bereichen präsentierten sich unter anderem der Elznir Verlag, Asmodee, Ravensburger und kleinere Independent-Studios mit eigenen Spielen, Mitmachangeboten und Demotischen. Und was hier auffiel: Es wurde gespielt – nicht nur gekauft.
Ob kooperative Rätselspiele, familienfreundliche Deckbuilder oder intensive Strategieschlachten – die Spieltische waren dauerbelegt. Besucher:innen setzten sich einfach dazu, fragten höflich nach den Regeln – und schon waren Fremde mitten in einem gemeinsamen Abenteuer.
Gerade dieser unkomplizierte Zugang machte die Brettspielzone zu einem echten Begegnungsort – zwischen Generationen, Interessengruppen und Erfahrungsleveln.
Besonders positiv fiel der Elznir Verlag auf, der seine Krimi- und Escape-Spiele liebevoll inszeniert hatte. Die Mitarbeitenden erklärten geduldig, führten durch Demos und zeigten auf Augenhöhe, worum es bei ihren Geschichten ging. Hier ging es nicht um Verkaufszahlen, sondern um Faszination.
Asmodee und Ravensburger konzentrierten sich stark auf ihre Sammelkartenspiele, darunter Lorcana und UNO Showdown. Zwar etwas zurückhaltender in der Präsenz als in früheren Jahren, aber dennoch mit hochwertigen Materialien, Testbereichen und kompetenter Beratung vor Ort.
Was uns besonders beeindruckte, war das starke Miteinander in der Szene. Viele Besucher:innen kannten sich bereits aus früheren Jahren, begrüßten sich wie alte Freunde, tauschten News und Prototypen oder brachten eigene Spiele mit.
Auch neue Gesichter wurden herzlich aufgenommen. „Komm, wir zeigen dir das kurz, das geht fix“, hörten wir mehrfach. Und aus „nur mal schauen“ wurde dann schnell eine Stunde voller Würfeln, Taktieren und Lachen.
Hier war nichts inszeniert, sondern echt. Echte Begeisterung für Spielmechaniken. Echte Freude am gemeinsamen Erleben.
Viele Unternehmen nutzten die Messe nicht nur zur Produktpräsentation, sondern gezielt zur Community-Pflege. Einige boten exklusive Messe-Inhalte oder signierte Erstauflagen an. Andere fragten gezielt nach Feedback zu Prototypen oder neuen Erweiterungen.
Für Autorenteams wie die Magnificum GmbH, die ebenfalls in diesem Bereich vertreten waren, ist die direkte Resonanz unbezahlbar:
„Wenn man 10 Monate an einem Spiel sitzt, ist es einfach großartig, live zu sehen, wie Menschen es ausprobieren – und dabei Spaß haben.“
Und genau das war in Halle 6 spürbar: Spielkultur als soziale Kultur.
Zwei Tage, über 48.000 Besucher:innen, unzählige Geschichten – die Comic Con Stuttgart 2024 war mehr als eine Convention. Sie war ein Kulturraum für Fandoms, ein Schaufenster für Vielfalt und ein Zuhause für Kreativität und Leidenschaft.
Was wir gesehen, gehört und erlebt haben, war keine Messe von der Stange. Es war ein Event mit Identität – mit Ecken und Kanten, aber vor allem mit Herz. Und genau das macht den Unterschied.
Ob in der Gaming Zone, beim Cosplay Contest, im TCG-Village oder auf der Queer Avenue – überall herrschte das gleiche Gefühl: Hier darf jeder sein, wie er ist. Die Atmosphäre war nicht nur laut und bunt, sondern auch respektvoll, verbindend und überraschend familiär.
Große Namen wie Clark Gregg, Katee Sackhoff oder Torsten Sträter waren Highlights, keine Frage. Doch mindestens genauso beeindruckend waren die Menschen „hinter den Kulissen“: Cosplayer:innen, Artists, Aussteller, Volunteers, Fangruppen. Sie tragen die Messe. Sie sind das Fundament.
Was die Comic Con Stuttgart 2024 besonders gut gemacht hat: Sie hat verschiedene Zielgruppen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern zusammengebracht.
Die Star Wars-Fans feierten mit D&D-Spielern.
Die Drag-Show-Besucher:innen standen neben Marvel-Cosplayer:innen am Foodstand.
Die Sammelkarten-Szene mischte sich unter Manga-Fans und Rollenspielgruppen.
Diese Durchlässigkeit macht eine gute Convention aus. Und Stuttgart hat hier Maßstäbe gesetzt – organisatorisch, thematisch und atmosphärisch.
Natürlich gab es auch Dinge, die man verbessern kann. An manchen Ständen war es zu eng, die Hallenaufteilung wirkte stellenweise nicht ganz logisch, und einige angekündigte Stars fehlten kurzfristig – was zwar nachvollziehbar ist, aber bei weitem nicht alle Fans erfreute.
Doch der Gesamteindruck bleibt: Das Gute überwog – deutlich.
Wer meckert, tut es auf hohem Niveau.
Was wirklich hängen bleibt: Diese Messe war nicht käuflich, sondern ehrlich.
Die Menschen kamen nicht nur, um Geld auszugeben – sie kamen, um zu erleben, sich zu begegnen, gemeinsam abzutauchen. Und das ist selten geworden.
97 % der Besucher:innen gaben laut Veranstalter an, auch 2025 wieder dabei sein zu wollen. Diese Zahl spricht für sich.
Und auch wir von BattleVerseDE sagen: Ja, wir kommen wieder.
Die nächste CCON | Comic Con Stuttgart findet am 29. und 30. November 2025 statt – erneut auf dem Messegelände in Stuttgart. Und unsere Erwartung ist klar:
Größerer TCG-Bereich
Mehr Platz für Cosplay-Reparatur & Chill-Zonen
Noch stärkere Verbindung von Indie & Industrie
Und bitte: mehr Raum für spontane Community-Formate
Denn das ist die wahre Stärke dieser Messe: Sie hört zu. Sie entwickelt sich weiter. Sie bleibt sich dabei treu.